Geistlicher Rat Pfarrer Anton Decker verabschiedet sich

Dank-Gottesdienst für scheidenden Pfarrer Geistlicher Rat Anton Decker

Dreikönigsfest in Tauplitz: traditionell findet an diesem Tag ein Festgottesdienst gemeinsam mit den Sternsingern statt. 2 Tage waren sie im Dorf unterwegs, um den weihnachtlichen Segen in die Häuser zu bringen und Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. Sie waren heuer besonders erfolgreich: sehr beachtliche 4.333 Euro sammelten sie bei den Tauplitzern für bedürftige Kinder in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Die Festmesse, musikalisch umrahmt vom Kirchenchor Tauplitz unter Leitung von Helmut Hierzegger, war dieses Mal in erster Linie ein Dank-Gottesdienst für den langjährigen Pfarrer von Tauplitz, Herrn Geistlicher Rat Anton Decker. Nach fast unglaublichen 52 Jahren Dienst als Pfarrer und Seelsorger in Tauplitz nahm er am Dreikönigstag endgültig Abschied von seiner längst zur Heimat gewordenen Pfarr-Gemeinde.

Für viele Tauplitzer mag der Zeitpunkt des Weggangs überraschend gekommen sein. Anton Decker zierte sich in seinen Abschiedsworten an die überaus zahlreich erschienenen Messbesucher indes nicht: alles geht einmal zu Ende, so gestand er freimütig ein. Auch er sei mit 90 Lebens-Jahren nicht mehr so vital wie einst, ganz bestimmt ein wenig „lebensmüder“ geworden.

Und dann müsse man irgendwann einmal den unausweichlichen Schnitt wagen. Dennoch danke er Gott, dass er auch in hohem Alter geistig wach und körperlich bei Kräften geblieben sei. Und so freue er sich bereits heute auf einen neuen Lebensabschnitt in der Landeshauptstadt Graz in einem Heim für betreutes Wohnen.

Als Pfarrer Decker Beginn des Gottesdienstes gemeinsam mit Diakon Franz Mandl, den Sternsingern und den Ministranten feierlich in die weihnachtlich geschmückte Pfarrkirche einzog, war es in der Kirche gespannt ruhig. Es war ein bewegender Moment für wohl alle Messbesucher. Noch einmal durften sie sich der Mission des Pfarrers und der klangvollen, sonoren Stimme erfreuen, mit der es Anton Decker immer verstand, den Gottesdienst gesanglich zu prägen.

Diakon Franz Mandl war es dann, der in seiner Predigt mit sehr persönlichen Worten das Wirken von Pfarrer Decker würdigte. Am ersten Advents-Sonntag 1965 habe Anton Decker als neuer Pfarrer die erste Messe in Tauplitz feiern dürfen. Auch nach seiner offiziellen Ruhestandsversetzung im Jahr 2000 wirkte er unermüdlich weiter als Pfarrer in „seiner“ Pfarrgemeinde Tauplitz, unterstützte Pfarrer Dr. Michael Unger durch regelmäßige Messfeiern in der Tauplitzer Pfarrkirche und viele weitere seelsorgerische Aktivitäten. Hier war es ihm  auch vergönnt, das Goldene (2004) und das Diamantene Priesterjubiläum (2014) zu feiern.

Entschlossen und engagiert, aber als Person immer betont bescheiden im Hintergrund verbleibend, habe er das Leben in der Pfarre gestaltet. Insbesondere die heutige Ausgestaltung der schönen Pfarrkirche, des Friedhofes und des schmucken Pfarrhofes seien ohne ihn nicht denkbar.

Mit ihm untrennbar verbunden sei auch sein Bekenntnis zu den Grundaussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das Bekenntnis zu pastoraler und ökumenischer Erneuerung habe er trotz gelegentlicher Kritik beharrlich weiter verfolgt. Sprichwörtlich habe er durch den von ihm geförderten Rückbau der alten Kanzel und die Schaffung eines neuen Volksaltars die Kirche wieder „hinunter zum Volk“ geholt.

Er sei ein wahrhaft guter christlicher Hirte und ein einfühlsamer Seelsorger für alle in Tauplitz gewesen, egal ob katholisch oder protestantisch, ob regelmäßiger Kirchengänger oder mehr außenstehend. Franz Mandl appellierte an alle, diesen Geist der allseitigen Verständigung und der christlichen Nächstenliebe in Tauplitz auch künftig lebendig zu halten.

Den Worten Franz Mandls schlossen sich am Ende des Gottesdienstes auch der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Heiner Maschke, und der Bürgermeister der Gemeinde Bad Mitterndorf, Manfred Ritzinger, mit einfühlsamen Reden und passenden Abschiedsgeschenken an. Maschke wie Ritzinger gaben der Hoffnung Ausdruck, dass Anton Decker, wann immer es ihm künftig gefällt, seinen Kontakt und seine Verbundenheit zu Tauplitz aufrechterhalten möge. Er sei sicher immer ein sehr willkommener Gast in den vertrauten Bergen. Auch die Vertreter des Kameradschaftsbundes Tauplitz, deren Ehrenmitglied Pfarrer Decker ist, und der Freiwilligen Feuerwehren  Tauplitz und Klachau gratulierten abschließend mit herzlichen Dankesworten.

Ein Höhepunkt ganz am Schluss des Festgottesdienstes war dann noch das vom Kirchenchor Tauplitz gefühlvoll vorgetragene Lied „In die Berg bin i gern“, eines der erklärten Lieblings-Lieder von Pfarrer Decker. Man hätte jetzt in der Pfarrkirche eine Stecknadel fallen hören. Damit nicht genug:  auf dem Platz vor der Kirche wartete auch noch die festlich gekleidete Trachtenkappelle Tauplitz, um ihrem geliebten Pfarrer mit zwei schwungvollen Märschen aufzuwarten.

Das Fest fand seinen denkwürdigen Abschluss mit einer Agape im Pfarrhof, wo bei Brot und Wein zu den zahlreichen Gästen auch der amtierende Pfarrer von Tauplitz und des Pfarrverbandes Hinterberg, Dr. Michael Unger, stieß. Er konnte leider erst nach der Sonntags-Messe in Bad Mitterndorf den Weg nach Tauplitz antreten. Er freute sich aber umso mehr, seinem langjährigen priesterlichen Kollegen und Weggefährten nochmals ganz persönlich ein herzliches „Dankeschön“ und „Vergelt`s Gott“ zum Ausdruck bringen zu können.

Und so ging um die Mittagszeit ein besinnlicher Morgen zu Ende, der allen Teilnehmern – Anton Decker ganz sicher eingeschlossen - noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.





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